[Gedicht] Die Frage, deren Antwort man kennt

Ich saß im Büro, war im Alltag ersoffen,
da hatte ich dich in 'nem Tagtraum getroffen:
Wir zwei an der Ampel, sie gab grünes Licht,
und ich ging auf dich zu, doch du regtest dich nicht.

Zog Kreise um dich wie die Sonne ums Heute,
ich winkte und rief dich, es starrten die Leute
auf uns und sie wünschten, es würde gescheh'n,
denn sie sagten: Mensch Mädchen, du musst ihn doch seh'n!

Doch hatte mein Traum dir die Augen genommen.
Du bliebst wie erstarrt, ich lud tränenverschwommen
die Schuld auf den Traum, denn du sahst mich ja nicht,
mit zwei tiefschwarzen Löchern in deinem Gesicht.

So wachte ich auf, mir war heiß und es brannte
die Frage im Kopf, deren Antwort ich kannte:
Weshalb du nichts sagtest – sie sei mir erlaubt.
Denn wenngleich du auch blind warst, du warst nicht ertaubt.

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