Tote Gäule traben nicht

Tote Gäule traben nichtDer Einzelhandel ist ein toter Gaul. Und während zumindest meine Generation längst abgestiegen ist, versucht die Branche noch immer, den aufgedunsenen Kadaver zum Trab zu bewegen, indem sie neue Sättel draufschnallt und liebevoll das Fell striegelt. Und ich gebe zu, hin und wieder lasse ich mich von einem besonders schönen Sattel und hübsch gebürstetem Fell auch in den Glauben versetzen, das könnte noch was werden mit dem Gaul ... und dann betrete ich doch einen Laden. Oder eben einfach dann, wenn ich dringend neue Schuhe brauche.

So letztens geschehen. Das Wetter war gut, ich hatte frei, und so machte ich mich auf nach Steglitz, wo es geschätzt fünf komma drei Schuhläden je Einwohner gibt. Und bevor ich jetzt in genervten Ton verfalle, sei diesem Prolog hinzugefügt: Ich! War! In! Jedem! Einzelnen!

Grundsätzlich scheint es erst mal zwei Arten von Schuhgeschäften zu geben. Die, in denen man jeweils nur einen Schuh im Regal findet und dann die, in denen beide Schuhe im Karton liegen.

Okay, zur ersteren Sorte: Ich hatte mich als Kind ja immer gefragt, warum Geschäfte, in denen man eigentlich VIELE Dinge kaufen kann, als »EINZELhandel« bezeichnet werden. Offenbar lautet zumindest für manche Schuhgeschäfte die simple Antwort: weil man eben nur einen einzelnen Schuh bekommt! Und da kriege ich ja einen Hals, dick wie’n Butterfass! Soll ich etwa, wenn ich – oh Wunder – einen verdammten Schuh gefunden habe, der mir gefällt, mit dem Ding durch den Laden bolzen und einen Verkäufer suchen wie ein Verdurstender in der Wüste auf der Suche nach der nächsten Oase? Und das, wo doch Menschen wie ich andere Menschen nicht leiden können – besonders dann, wenn sie Verkäufer sind, mich beobachten und dauernd fragen, ob sie helfen können. NEIN, IHR KÖNNT MIR NICHT HELFEN!!! MIR IST NICHT MEHR ZU HELFEN!!! Baumarktregel Nummer 1: Ich frage nicht nach, wo das Badezimmersilikon liegt, ich finde es selbst. Und wenn es sich nicht finden lässt, dann gehe ich eben wieder, weil es ganz offenbar nicht da ist, Punkt! Das gilt so auch in Schuhläden, verdammt noch mal! Die Urmenschen gingen doch auch nicht zum Serviceschalter, um zu fragen, wo das nächste Mammut zu finden war oder eine Aufbauanleitung fürs Lagerfeuer zu bekommen. Deshalb, liebe Einzelschuhhändler: So wird das nichts mit uns. Sagt doch schon eine alte chinesische Weisheit: Biete dem Menschen nur einen Schuh und du bietest ihm keinen Schuh.

Kategorie zwei der Schuhgeschäfte, die wenigstens nicht glaubt, jeder Kunde sei von Haus aus Kleptomane und würde mit den frisch anprobierten Tretern sogleich aus dem Laden marschieren, ist alles in allem aber auch nicht angenehmer. Zwar wäre ich während meiner Schuhsafari hier zumindest theoretisch in der Lage gewesen, auch mal BEIDE Füße in die besohlten Lederwaren zu schieben, aber immer dann, wenn die Theorie mit einem niedergeschriebenen Masterplan glänzt, kommt die Praxis fröhlich pfeifend um die Ecke und setzt einen großen Haufen drauf.

Denn das Drama fängt schon bei der Auswahl an. Ja ich weiß, die Ladenfläche ist begrenzt und man kann eben nicht so viel Zeug im Angebot haben wie Amazon oder diese Berliner Gebrauchthandyläden, die sich über Nacht in pleitegegangenen Geschäften manifestieren, aber wenn ich eben Sneakers kaufen will, und wenigstens gefühlt tragen doch die meisten Leute unter achtzig Jahren Sneakers, dann erwarte ich einfach nicht, dass das Sneakers-Regal so groß ist wie die Miniküche in Barbies scheiß Traumhaus! Es gibt deswegen auch nur so ungefähr fünf unterschiedliche Modelle, von denen gerade mal eines farblich nicht nach halb verdautem Brokkoli aussieht. Der Rest des Ladens ist dafür vollgestopft mit zehn Fantastilliarden Varianten an Lackraketen! Das sind jene Schuhe, die sich der Businesskasper von Welt über die gebügelten Socken stülpt, wenn er Kompetenz vortäuschen muss. Schuhe wie diese gibt es in genau zwei Farben: Braun und schwarz. Warum zur Hölle muss ein Laden davon also mehr Modelle haben, als es Atome im Universum gibt?

Das nächste Drama ist dann – man ahnt es – die Schuhgröße. Als Mann finde ich es ja schon schlimm genug, dass man von den guten alten Größenangaben in Zahlen wie 40, 41 und so weiter abgerückt ist, um mir jetzt eine Achteinhalb zu präsentieren. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, verflixt und zugenäht, also hört auf, unsere liebgewonnenen Größen durch fünf zu teilen oder was weiß ich, was ihr da tut! Hundert Gramm Käse sind schließlich auch seit jeher hundert Gramm Käse und nicht plötzlich dreiundzwanzig komma sieben acht Metakubri. Man muss nicht aus allem eine Wissenschaft machen.

Aber das eigentliche Problem mit den Größen ist dann viel eher, dass keine der vorrätigen Schuhe passen. Okay ich weiß, ich habe kleine Füße, ich bin größentechnisch insgesamt eh nicht gerade das, was man Durchschnitt nennt, aber zumindest in meinen Augen sind alle Schuhe der Herrenabteilung, die man heute in einem Geschäft kaufen kann, lediglich in den Größen »Kindersarg« und aufwärts erhältlich. Was ist hier eigentlich passiert? Hat Tschernobyl nicht nur unsere Pilze versaut, sondern den Leuten Goofys Fußlänge beschert? Das kann doch nicht gesund sein. Wenn das so weitergeht, braucht sich zum Skifahren bald niemand mehr Bretter unter die Füße zu schnallen.

Um es kurz zu machen, es lief in jedem einzelnen Laden so ab: Ich suchte und fand so ziemlich genau ein Schuhmodell, das mir gefiel, probierte es an und es passte nicht. Kein! Einziges! Mal! Natürlich machte mich das immer wütender. Jedes Mal, wenn ich dann ein Schuhgeschäft verließ, stellte ich mir vor, ich sei einer dieser Superbösewichte aus den Comics und im nächsten Moment würde der Laden effektvoll explodieren, während ich ganz lässig, ohne mich umzudrehen und natürlich in Zeitlupe, weggehen würde – den rechten Mundwinkel zu einem fiesen aber zufriedenen Lächeln verzogen.

Ende der traurigen Ballade: Ich ging nach Hause, klappte das Notebook auf, rief den Schuhhändler meines Vertrauens auf, der mit »Z« anfängt und auf »alando« endet, stellte ein paar Filter ein – klick, klick, klick – schon waren drei (übrigens passende) Schuhpaare unterwegs zu mir. Zeitaufwand: ungefähr drei Minuten. Nervenersparnis: unendlich! Und so leid es mir tut: Zumindest für mich bleiben die toten Gäule jetzt tot.

11 Gedanken zu “Tote Gäule traben nicht

  1. Anonymous

    ja, passt wie die Faust zum Auge Teil | | , nie wieder einkaufen, wenn Schuh nicht zum Fuß passt, ja dann nervt das Einkaufen , kurz wie es frueher einmal gewesen ist, ein kleiner Anhang meinerseits, grosses Treffen mit Familie zum Einkauf der Schuhe, Vater kam nach Dienst in die Stadt, Schwester, Mutter und ich bereits mit dem Bus fruehzeitig losgefahren und bereits vor dem Schuhhaus auf Vater voller Vorfreude gewartrt, eigentlich nicht auf den Vater, den gab es ja jeden abend bei uns zu Hause, nein in dem bewussten Schuhhaus gab es in der 1. Etage, genau da, wo es die Kinderschuhe, gab ,auch ein grosses Kinderkarussell, wo ich mich ziemlich lange aufhalten durfte, bis die gesamte Familie ihre Schuhe ausgesucht hatten, ich nahm meine Anprobe immer gluecklich in Kauf, da ich wusste, an der Kasse gab es kostenlos die Comedy-Lurchiheftchen von Salamander, Lurchi war uebrigens ein Feuersalamander.

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    1. PhanThomas

      Beitragsautor

      Hallo,

      das ist 'ne schönen Geschichte. Die kenne ich analog aus meiner Kindheit, was Einkaufszentren anging. Ich fuhr da auch immer gern mit, aber nicht, um Schuhe zu kaufen oder generell Klamotten, sondern um in den Elektronikmarkt zu verschwinden. Da war ich halt schon immer so. Stunden später fanden meine Eltern mich dann an den Spielekonsolen, wo man alle möglichen Spiele ausprobieren konnte, die ich zuhause ja nicht hatte. So ein Spiel kostete damals mindestens 100DM, und für ein Kind war das eben ein kleines Vermögen. Heute kriegt man die tollsten Spiele ja hinterhergeschmissen, sodass dann aber eben auch das früher Besondere weg ist, wenn man sich mal eins leisten konnte.
      Lurchi kenne ich aber auch noch. Die Heftchen lagen, meine ich, früher immer bei meiner Tante im "Westen" und wenn wir sie mal besuchten, dann gab es dort im Haushalt leider nicht viel Spielzeug, sodass man sich eben auch mit diesen Heftchen begnügte. 🙂

      Viele Grüße
      Thomas

    2. Anonymous

      Ja, ist doch trotzdem merkwuerdig, dass man sich an diese Heftchen noch erinnern kann, es gibt sie noch oder wieder, hab gerade mal unter http://www.lurchi.de nachgesehen, kann sogar die verschiedenen gesammelten 'Werke' bestellen, dafuer waere jetzt mal wieder ein Enkelkind schoen, es gibt sogar kinderlurchischuhe bei ihrer Firma, die mit "z' beginnt und mit 'o' endet, die kleinen Dinge, das ist genau das, was so kostbar in unserer Erinnerung bleibt, ich denk mir, das geht jedem irgendwann einmal so, ich hatte eine Tante, vaeterlicherseits, die konnte mit Wenigem, was sie hatte, so viel Schoenes uns geben, da duftete es schon in der Vorweihnachtszeit so herrlich nach Tannen, Brataepfel, sie hatte sich immer irgendeine kl. Ueberaschung fuer uns ausgedacht, einmal nahm sie die dickere Pappe aus einem gekauften Herrenhemd heraus, schnitt die pappe zurecht, malte mit dickem schwarzen Stift das Spiel, welches man Muehle nennt, oeffnete eine alte Dose und nahm verschiedene jeweils 9 helle und 9 dunkle knoepfe, dann erklaerte sie mir das Spiel, was ich heute noch so gerne mag, da wurde eine Tafel Schokolade mit soviel Liebe verpackt, obwohl es nur eine Serviette oder ein Tempo gewesen, ich seh e heute noch die kl.Taennchen an der Verpackung, ja da muss Mensch heute mal wieder hin, die ganzen Gutscheine an den Festen, wo kommt da noch was von Herzen, das hat mit schenken fuer mich nichts mehr zu tun, meine Meinung, jetzt hab ich mich mal wieder verzettelt, so wie es frueher, frueher einmal war!

    3. Puh, ich weiß aber nicht, ob heutige Kinder sich für die Lurchi-Hefte noch begeistern könnten. Der Zeitgeist doch ein sehr anderer heute. Das merke sogar ich schon seit längerer Zeit, wenn ich nachmittags mal ein paar Cartoons anschaue - die ja eigentlich schon gar keine Zeichentrickfilme mehr sind, sondern größtenteils aus dem Computer kommen. Aber ich glaube, mit einem grinsenden Feuersalamander kann man ein Kind heute nicht mehr wirklich beeindrucken - es sei denn, der Salamander hätte eine Powerrüstung und Laserkanonen, mit denen er fliegende Zombies abwehrt oder so. Na gut, vielleicht etwas weit hergeholt, aber so ungefähr läuft es doch.

      Not macht erfinderisch, und auch wenn es jetzt keine direkte Not war, so bot sich eben doch an, aus dem Wenigen, was man hatte, möglichst viel zu machen. Ich weiß nicht mehr so ganz, wie das damals war, als ich noch ganz klein war und in einem eingemauerten Staat lebte. Die lebhaftesten Erinnerungen stammen aus der Wendezeit und da wurden wir schon mit tollen Westspielzeug überhäuft. Die schönsten Erinnerungen beziehen sich aber nicht darauf, sondern auf die Kleinigkeiten. Ich saß zum Beispiel sehr gern zur Weihnachtszeit in unserem Kinderzimmer an dem kleinen weißen Tisch, machte das Licht aus und schaltete dafür die Lichterkette in dem kleinen künstlichen Weihnachtsbaum ein, der auf diesem Tisch stand und genoss die stille und gemütliche Atmosphäre, die durch die Lichtstimmung erzeugt wurde. Ich träumte mich dann ganz klein und stellte mir vor, ich könnte durch den Baum klettern. Ich glaube, das hat ganz viel mit der emotionalen Überhöhung von Erinnerungen zu tun - so wie es eben auch mit dem Duft nach Bratäpfeln ist (den ich übrigens gar nicht mehr kenne). Aber ich stimme schon zu, heute ist durch den Überfluss in der Gesellschaft vieles entwertet worden. Der Konsum hat einen zu hohen Stellenwert, auch wenn ich darüber gar nicht so sehr schimpfen möchte, weil es mir undankbar erscheint, so aus der privilegierten Situation heraus, in der wir uns befinden.

      Viele Grüße
      Thomas

  2. RoM

    Kia ora, Thomas.
    Ungerner als zum Schuhekauf gehen wir Mannen wohl nur noch zum Erlegen von Beinkleidern. Zumal man sich in beiden Fällen zweifelsfällig in die Teile zwängen muß - hosenseitig ist da er zu begehende Aufwand größer!

    Ich vermeine, der deutsche Schuhmarkt ist der einzige noch, der an Zehner-Größen festhält. Was Wunder, daß sich die Shops der Kapitale da international zu geben suchen.

    Apropos abgewogenem Käse - in österreichischen Kochbüchern findet sich nach wie vor die Angabe Deka.

    Weil ich mir in der Hauptsache Arbeitsstiefel regelmäßig zulege, genügt es eigentlich im örtlichen Baumarkt, in die Steckreihe für 44'er oder 45'er zu linsen & das wars. Mein Verschleiß an sonstigem Schuwerk ist da marginal zu nennen; die aktuellen Halbschuhe dürften inzwischen 20 Jahre als sein. 😉

    Off topic...
    Die Regie bei 'Wing Commander' hatte in der Tat der Macher des Spiels. Der Film macht Spaß, zumal wenn einem Suffron Burrows' klassischer Archetypus gefällt.

    Ein aktueller Kinotip wäre übrigens 'Kubo' (aus dem Hause Laika).

    https://www.youtube.com/watch?v=p4-6qJzeb3A

    bonté

    Antwort
    1. Hallo RoM,

      man hätte eigentlich auch das Wort "Schuhe" durch das Wort "Hosen" ersetzen können und der Text wäre immer noch genauso wahr - na ja, fast. 😉 Hosen kaufe ich schon lange nicht mehr im Ladengeschäft, weil ich mit meiner absolut nicht konformen Körpergröße wirklich niemals eine passende Hose finde. So was löst bei mir Hassgefühle aus, deswegen versuche ich's schon lange gar nicht mehr erst. 😀

      Was ist denn "Deka" für eine Einheit? Ah ich seh schon, 10 Gramm. Ist Gramm nicht gut genug, sodass man da eine Null rausstreichen und 'ne andere Einheit dahinterschreiben muss? Ich staune immer wieder, wie sehr sich gewisse Regionen gegen das so sinnvolle Dezimalsystem sträuben. Gut, Dekagramm passen da zwar auch rein, aber es scheint mir irgendwie logischer, solange in Gramm zu zählen, bis man beim Kilogramm angekommen ist. Ist vermutlich einfach eine Gewohnheitssache.

      Wow, 20 Jahre alte Halbschuhe und die sind noch nicht auseinandergefallen? Meine Vermutung war ja bisher, dass die Dinger irgendwann von selbst auseinanderfallen, einfach, weil der Schuhkleber versagt. Dem scheint wohl nicht so zu sein. Gut zu wissen. 🙂

      "Kubo" ist vorgemerkt. Der Optik und offenbaren Handlung nach könnte das auch gut was für Jasmin sein. Vielen Dank für den Tipp!

      Viele Grüße
      Thomas

    2. RoM

      ...ist schon ein Graus, wenn die eigenen Abmessungen nicht von der Gewerbe-Norm beachtet werden; ob man/frau sich dann in erlegte Felle kleiden soll!? "Können wir ihnen ein paar Tüten anbieten?"

      Bei den Hosen habe ich es leicht. Marke ausfindig machen, die gewohnte Standardgröße greifen & auf zur Kasse. 🙂

      Die Halbtreter trage ich jetzt auch nicht ausgiebig. In der Regel schnüre ich meine Ausgehstiefel.

      'Kubo' war jetzt auch hintersinnig als Tip für zwei angedacht. 😉

      bonté

    3. Anonymous

      Puh, und ich weiss jetzt nicht, ob ich korrekt hier eingeordnet bin, bin ich mir immer noch unsicher, ja das mit dem Enkelkind, dass hab ich doch nur zum Spaß als Vorwand genommen, um die Lurchiheftchen noch einmal anzusehen, aber ich denke so mit 3 Jahren koennte man solche 'gute Nachtgeschichten 'doch noch ohne Laserkanonen verwenden, aber natuerlich, sind nur Hirngespinste, haben ja schon vor Jahren mit Kindern meines Schwagers alle mit 3D Brillen bei meinem Sohn vorm Fernseher gesessen und Ice Age geschaut, und das sind ja auch schon wieder Jugendliche heute, ja schade schade, dass die Zeit so schnell an uns vorrueberrauscht, aber die Geschichte als Kind mit dem beleuchteten Weihnachtsbaeumchen am Tisch, was gedanklich sich gerne als Kleines klettermaennchen im Baeumchen traeumt, dass waere ein schoener Anfang eines weihnachtskindermaerchens.

    4. PhanThomas

      Beitragsautor

      @RoM: Ich kann schon verstehen, dass Geschäfte hauptsächlich die Größen anbieten, die den meisten Leuten passen. Da fall ich halt durchs Raster und praktisch gesehen können die Geschäfte ja nichts dafür, dass der genetische Baukasten sich einen Scherz mit mir erlaubt hat, was die körperlichen Abmessungen angeht. Aufregen tut's mich freilich trotzdem, aber ich bin dankbar, dass es heute immerhin das Internet gibt und ich so auch an mir passende Größen komme - zumeist auch noch günstiger.
      Witzigerweise habe ich just an deinem Filmtipptag von einer Kollegin den Film "Boxtrolls" - na ja - "empfohlen" bekommen. (Heißt, sie fand ihn nett.) Der ist ja vom selben Studio und so haben wir den dann neulich abends angeschaut. Tatsächlich auch recht sehenswert, obwohl man in der deutschen Fassung aus den Boxtrolls ruhig auch zumindest Boxtrolle hätte machen können. Aber sei's drum, fand ich jedenfalls sehr sehenswert - Stop-Motion-Technik ist einfach noch mal was ganz anderes als mitunter recht dröges CGI-Gedöns.

      @anonym: Stimmt, man könnte tatsächlich ein kleines Märchen draus machen oder zumindest eine Weihnachtsgeschichte. Ich war schon immer von den Details im Kleinen Fasziniert. Wir hatten im Kindergarten einen alten Kamin, auf dessen Sims zur Weihnachtszeit kleine Häuschen standen, die - zumindest in meiner Erinnerung - von innen beleuchtet werden konnten. Auch da stellte ich mir gern vor, dass kleine Wichtel in den Häusern leben und ich ihnen dabei zusehen könnte, wenn ich nur groß genug wäre, an den Kaminsims heranzureichen. Schade manchmal, dass einem die Fantasie mit den Jahren flöten geht.
      Ich glaub, ein zwei- bis dreijähriges Kind könnte man tatsächlich auch für Lurchi-Heftchen begeistern. Aber nur dann wahrscheinlich, wenn es bis dahin nicht schon das iPad gefunden hat. 😉 Diese Heftchen sind ja zudem ein Relikt aus anderer Zeit. Irgendwann gelangen die Kinder dann doch "zeitgenössischere" Unterhaltung, mit der Erwachsene meist nichts mehr anfangen können. Das war ja schon immer so und wahrscheinlich ist es auch ganz gut so, weil nur so Neues ermöglicht wird.

    5. Anonymous

      ja, stimmt ja auch alles, muss, ob ich will oder nicht dem zustimmen, aber verdammt, was passiert denn in den Kindergaerten, gibt's da kein Basteln , kein schoenes Gestalten von handwerklichen Dingen, kein Malen, kein Singen und Musizieren, oder gehen Kinder wortlos nach Hause, schalten komplett ab und komplett um in die digitale Welt? Wo es ein Trend gibt, wird es immer einen Gegentrend geben und ich denke, das auch wieder einmal eine andere Zeit kommen wird , nachdem alles alte Moebel entsorgt wurde, begann man mit dem Retro-Look, heute bereits Retro-Design, die ganzen Registrierungen und Zertifizierungen, in vielen Bereichen auch sehr positiv auf Unternehmen auswirkend, auch vorallem im Gesundheitswesen und in der Medizin Pflicht, denke ich mal, so stellt man sich doch schon mal mittlerweile die Frage, ob Registrierungen nach ISo 9......, wirklich ueberall notwendig sein muss, daraus erkennt man, das nichts auf dieser Welt Bestand hat, die grossen xxxl Teller, je mehr um so besser, der Gegentrend ist doch der neue Lebensstil, fuer Minimalisten, weniger ist mehr, Minimalismus ist der perfekte Schritt, um Lebensstil zu geniessen, irgendetwas ist immer wieder Anlass, genau das Gegensaetzliche voranzutreiben, nur irgendwann, leider, es liegt scheinbar am Alter, laeuft man dem Trend auch nicht mehr so schnell hinterher und schaut einfach nur zu, obwohl die kleinen Weihnachtsgeschichten, gerade auch die Wichtelmaenner, die mich noch als Erwachsene bei jeder Weihnachtsfeier an die Wichtelgeschenke erinnern, die koennte man sowohl in die kleinen Haeuschen auf dem Kamin, als aber auch in dem beleuchteten Weihnachtsbaeumchen rumtollen sehn!

    6. Anonymous

      Jetzt bin ich selbst noch mit meinem Buch, wenn es mal eins werden wird, beschaeftigt, aber die Weihnachtsgeschichte mit den Wichteln laesst mich gerade mal nicht los, allein schon die Vorstellung und die Beschreibung der kleinen Kobolde, wie man sie auch manchmal nennt, oder der kleinen Geister, wenn jeder einzelne einen Namen bekaeme, jeder ein dazugehoeriges farblichpassendes Wichtelmuetzchen erhaelt, da koennte Kind sich schon genauer ein Bild machen, da koennten z.B. alle Gehilfen vom Weihnachtswichtel ein rotes Muetzchen tragen, die Schneemannswichtel ein weisses, die kleinen Nachtwaechterwichtel laufen mit ihren Laternchen umher, ja das ist doch goettlich, da koennte einem doch die Fantasie mit durchgehen, koennten die von als Kind getraeumten Wichtelmaenner nicht doch zu Weihnachten zum Leben erweckt werden? Das waere doch ehrlich schoen! Viele Gruesse und einen schoen Sonntag

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