Ein Kessel Buntes

Guess who’s still around? Ich habe so lange nicht mehr geschrieben und nicht zum ersten Mal dachte ich mehrfach drüber nach, das Ding hier komplett zu schließen. Aber dann wäre der letzte Post eben der letzte gewesen. Hätte ich so nicht gewollt, so wie es mich überhaupt störte, dass er oben stand. Löschen wollte ich ihn aber auch nicht gerade, also was soll’s … Hier bin ich also wieder. Neben mir steht meine heiß geliebte »Batman«-Tasse, gefüllt mit – na was wohl – Kaffee natürlich. Weil manche Dinge sich nie ändern. Sich nie ändern sollten. Die Sonne scheint, in Decken eingemümmelt neben mir liegt die Katze und, hey, ich habe sogar gute Musik parat. Alles wie früher – fast.

Ich habe beschlossen, eine Rolle rückwärts zu machen, was die Schreiberei angeht. Vielleicht sogar zwei Rollen. Wann habe ich das überhaupt beschlossen? Keine Ahnung, gerade eben vermutlich. Es fühlt sich ja auch irgendwie noch vertraut an, aber schon ein bisschen auch, als müsste ich ein schlechtes Gewissen ausbügeln. Weil ich anderen Dingen nachgegangen bin vielleicht. Aber hey, was war eigentlich so los in letzter Zeit?

Vieles und nichts. Die eigenen vier Wände machen Fortschritt und wollen doch so recht nie fertig werden. Aber ich will mich wirklich nicht beklagen. Alle paar Tage kotzt irgendeine Tageszeitung einen Artikel über den katastrophalen Berliner Wohnungsmarkt aus und ich fühle mich nur noch wie ein Zaungast, was das angeht. Das ist ein so beruhigendes Gefühl, dass es sich schon wieder schlecht anfühlt. Vielleicht weil es ein wenig elitär ist, sich um horrende Mieten nicht (mehr) kümmern zu müssen und weil ich mit elitären Positionen nie so richtig gut klar kam.

Und dann, boah, was habe ich viel fotografiert in den letzten Monaten! Vielleicht war der Auslöser all die Scheiße, die im Sommer passierte, so kurz vorm Urlaub, ich weiß es nicht. Es soll ja Leute geben, die stürzen sich in Krisensituationen in die Arbeit. Ich eher nicht, aber scheinbar lenke ich das Hirn in meinem für meine Größe viel zu riesigen Schädel gern einfach mit neuen Lernfeldern ab. Und warum auch nicht? Der Tag, an dem es nichts mehr zu lernen gibt, wird ein trauriger sein und vermutlich nie eintreten.

Jedenfalls habe ich seit dem Sommer wahnsinnig viel gelernt. Ich würde immer noch nicht behaupten, gut fotografieren zu können, aber ich bin definitiv um Welten besser geworden, was die Ausführung und auch die Nachbearbeitung angeht. Ich habe viel und noch mehr zum Thema gelesen und YouTube-Videos bis zum Erbrechen geschaut. Zwischenzeitlich hatte ich an einer eigenen Fotoseite gewerkelt, doch irgendwie war mir das dann doch noch etwas zu fummelig und die Zusammenstellung eines Portfolios schien mir momentan noch etwas zu sehr mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Deswegen blieb ich einerseits auf dem Bildermassengrab Instagram, andererseits wollte ich’s aber doch etwas weniger flüchtig haben, deswegen poste ich hin und wieder auch bei 500px, das mir soweit ungefähr das bietet, was ich von einer Fotoseite erwarte. Wie gehabt sehe ich die Sache aber entspannt. Ich freue mich über Fortschritte, die ich selbst erkenne und ärgere mich nicht über Rückschläge oder schlechte Tage. Meine berüchtigte Motivation ist allerdings geweckt, weshalb die Dame des Hauses vermutlich ein ums andere Mal schon mehr oder minder heimlich die Augen verdreht hat.

Ansonsten, so denn Zeit bleibt, beschäftige ich mich wie gehabt mit den angenehmen Dingen des Lebens. Neben Sport und coolen Netflix-Serien sind das immer noch und immer wieder auch Videospiele. Neben dem neuen South-Park-Spiel wäre das beispielsweise das wundervolle Episodenspiel »Life Is Strange: Before The Storm« (vorher aber unbedingt den ersten Teil spielen). Beide Spiele erzählen nicht nur spannende wie melancholisch schöne Geschichten, sondern haben auch mit die besten Soundtracks, die mir in Spielen bisher untergekommen sind. Drum abschließend eine grundsätzliche Reinhörempfehlung (ist aus Teil 2 des Spiels und die Band an sich ist sehr gut hörbar):

1 Kommentar

  1. Latha math, Thomas.
    Leidenschaften lassen einen eben nicht so en passant los; selber schreibe ich ja auch nach wie vor gerne – wenn auch „nur“ noch Kommentare, Sinnsprüche oder lange Mails. Abgesehen davon ist es dem Menschen immer ein Anliegen sich zu äussern; wobei die Bandbreite eben auch vom Haiku bis zum Kaffeeklatsch gehen kann… 🙂

    Weiters lande ich hier gernst , weil Inhalte, Form & Einstellung(en) munter zum letter of comment anregen. Ein Steckerzug wäre demnach mehr als schade.
    Und erwähnten Batman zieht es ja auch immer wieder in die Nacht Gothams!

    Ein eigenes Dach über dem Kopf zu haben ist nicht elitär, denke ich. Eigentlich sollte es das normalste auf der Welt sein. Ein Grundbedürfnis, wie ein Grundrecht. Deckendurchschiessende Mieterhöhungen bleiben einzig der Ausdruck erbärmlicher Profitgeilheit. Profit, den man/frau anschliessend vor dem Fiskus verschleiern muss, weil dem jeweiligen Gemeinwesen wird erst recht nichts gegönnt. In Fachkreisen auch krankhafte Egomanie genannt.

    „Fotografie ist der Blick zurück, in eine Welt, die vielleicht nur für eine Sekunde Bestand hatte – oder aber erst im Auge eines Betrachters entstehen wird.“
    (Imogene Narvaile)

    bonté

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