2017 – Retroedition

Bis vor ein paar Jahren oder so schrieb ich hier ganz gern Zusammenfassungen über das vergangene Jahr. Dieses Jahr – wer hätte es gedacht – spare ich mir den ganzen Kram und klaue dreist Nufs Retro-Frageliste (ohne die zugehörigen Antworten natürlich). Hach, diese Retrofragedingenssachen fehlen in Zeiten von Like-und-weg irgendwie ein wenig.

Zugenommen oder abgenommen?

Weder noch. Mein Gewicht ist seit vielen Jahren wie in Stein gemeißelt. Ich nenne das die späte Rache des Moppelkindes. In der Grundschule hatte ich nämlich fast ausschließlich kohlenhydratimmune Hungerhaken als Freunde, sodass ich mir mit meiner Ich-trinke-zu-viel-gezuckerten-Eistee-Figur im direkten Vergleich immer vorkam wie ein Sumōringer zwischen Skispringern. Heute kann ich dafür fressen wie ein Scheunendrescher und werde dafür von allen beneidet. Kehrt sich im Alter vermutlich wieder um, aber dann werde ich halt ein dicker, gemütlicher Opi.

Haare länger oder kürzer?Was sind Haare? Im Ernst, gleichbleibend höchste einstellbare Stufe am Haarschneider.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Stabsichtiger. Die nächste Brille wird wohl kommen, aber solange ich alle Untertitel in Videospielen lesen kann, ist alles bestens.

Mehr ausgegeben oder weniger?

So was von mehr! Gartenzäune sind ein stark unterschätztes Gut, sowohl investitionstechnisch als auch organisatorisch.

Mehr bewegt oder weniger?

Tendenziell eher mehr. Der Umzug an den Arsch der Welt Rand der Stadt, die Gartenarbeit … Vom Sport her ungefähr gleichbleibend, auch wenn der innere Schweinehund aufgerüstet hat.

Der hirnrissigste Plan?

Den Gartenzaun vom selben Typen liefern und aufbauen lassen, der schon bei der Anlieferung des Mutterbodens das reinste Chaos war. Sollte mein verbliebenes Haar noch lichter geworden sein, das war der Grund!

Die gefährlichste Unternehmung?

Der Versuch, die Glastür der Duschkabine allein die Treppe hochzuschleppen. Merke: Glastüren wiegen ungefähr so wie viel wie Neutronensterne, bis man sie denn endlich doch lieber zu zweit trägt.

Die teuerste Anschaffung?

Der Gartenzaun. (Wie oft denn noch?!)

Das leckerste Essen?

Selbstgemachtes Rezept aus dem Internet: Zucchinipasta mit Hähnchenbrustfilet, Pesto, Feta und Oliven.

Das beeindruckenste Buch?

Ich erinnere mich kaum an gelesene Bücher dieses Jahr. Das letzte, das mir gut gefallen hat (und das ich gerade erst ausgelesen habe), war „Unterleuten“ von Juli Zeh. Auch, weil ich selbst aus Brandenburg stamme.

Der ergreifendste Film?

Filme? Ach so, das sind doch diese Dinger, die so hastig ihre Geschichte erzählen, dass man sich zu einer gemächlichen Serie zurückwünscht. Gab’s keinen.

Die beste CD?

Kein Abspielgerät mehr im Haus. Wenn’s um das geht, was drauf ist: Aktuell der Soundtrack zum Videospiel „Persona 5“. Groovige Mischung aus J-Pop und Jazz. Ansonsten musikalisch ein sehr maues Jahr.

Das schönste Konzert?

Für Konzerte bin ich zu klein. Von Wandteppichen aus verschwitzten Shirts, Achselhöhlenaroma und lebensgefährlichen Ellbögen habe ich die Nase (Haha!) voll. Im Alter wird man manchmal eben doch weiser.

Die meiste Zeit verbracht mit…?

Mit dem Ärger über den Gartenzaun, fürchte ich. Ansonsten mit der Arbeit. Wenn man’s hochrechnet, definitiv zu viel.

Die schönste Zeit verbracht damit…?

Mit der Freundin. Ist eigentlich immer die schönste Zeit, wenn sie nicht gerade irgendwo ganz dringend eine Wand streichen oder ein Regal anbringen will. 😉

Vorherrschendes Gefühl 2017?

Ganz ehrlich: Das Gefühl, dass der Planet, bzw. die Zivilisation aufs Ende zusteuert. Vielleicht kommen wir noch gut durch, die nach uns aber nicht mehr.

2017 zum ersten Mal getan?

Bolognesesauce gekocht, ohne irgendwelches Maggi-Zeugs reinzuschmeißen.

2017 nach langer Zeit wieder getan?

So’n Fragedingens hier ausfüllen vielleicht? Weiß nicht, war viel Neues dabei, aber kein Revival.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?

Auf den „Unfall“, der meinem Vater widerfahren ist. Darauf so viel, dass es keine zwei anderen Dinge braucht.

Die wichtigste Sache, von der Dich jemanden überzeugen wollte?

Die Notwendigkeit, GIT statt SVN zu verwenden, vielleicht? Haut mir ab mit diesem neumodischen Zeug!

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Ein schönes Zuhause. Echt, weiß ich inzwischen zu schätzen wie vielleicht nie zuvor.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

Puuuh, weiß nicht. Ich bin offenbar nicht empfänglich für Komplimente und schöne Sätze.

Wem gilt noch ein bisschen Extra-Liebe?

Neben der Freundin vermutlich dem Internet, speziell YouTube. Was ich da dieses Jahr alles gelernt habe! Neben dem ernsthafte(re)n Fotografieren beispielsweise, wie ich ’ne Waschmaschine und einen Reißverschluss reparieren kann.

2017 war mit einem Wort…?
Erhellend.

6 Kommentare

  1. Bore da, Thomas.
    Ein Jahr wird gerne, kurz vor finito, eingetütet, belabelt, abgestriegelt & eingelagert; quasi die vollkommene Ansicht auf eine Ereignislage. Offizielle Resultate sind zumeist allerlei unbescholtene Rückblick-Shows, faktenbeladene Fach-Nabelschauen, oder bunte Publikations-Colagen von rasender Halbwertszeit – das Tatar von Gestern!
    Man/frau kann sich aber auch eigenständig Gedanken machen.

    Essen…
    Amüsativ, wie sich jedes Jahr die Uhr danach stellen lässt, wann (nach den Feiertagen) die Apostel vom Idealgewicht, von der Kanzel allwissender Gesundheit, wieder die Verderbtheit des Fleisches beklagen & Geiselungen fordern.

    Haar…
    Ein ambivalentes Verhältnis des Menschen; verehrt in Versen oder verübelt in der Butter.

    Picket Fences…
    Die Causa „Zaunbau“ haben wir ja anderweitig bearbeitet… 😎

    Sport…
    Mit den Jahren rotten sich die Schweinehunde auch gern zusammen.

    Neutronen-Glas…
    Herumgetragenes Glas gehört nicht von Ungefähr zum Standard der Stummfilmklamotte (neben dem Endlos-von-einem-Einzigen-gehaltenen-Brett). Ein erfrischender Quell allerlei Fährnisse. Zumal wenn Treppen, aus künstlerischen Gründen, eingebaut sind.

    Zeitaufwand…
    Nun – von irgendwas muss schließlich der teure Zaun bezahlt werden. 😁

    Zweisamkeiten…
    Die Herrin des Domizils ist eben auch dem Zweiklang aus Ästhetik & Pragmatik verpflichtet. Castle & home eben.

    Planetare Aussicht…
    Der Menscheit ist das Kloppen wegen Nix seit Ewigkeiten wichtig – Routine, was das angeht; Dummheit als Zierde.
    Hirn & Herz ist aber weiter auf der „fuck, do it!“-Liste angebracht.

    Gegeben…
    Feel your home, be at home.

    Satz…
    “That’s how we’re going to win. Not fighting what we hate. Saving what we love.”
    (‚The Last Jedi‘)

    bonté

    1. Hallo RoM,

      so lässt sich das alles natürlich auch in Kürze zusammenfassen. 😀 Danke für die Ergänzungen. Habe ich übrigens erwähnt, dass es für »The Last Jedi« im Januar vermutlich seit langer, langer Zeit nun doch einen Kinotermin gibt? Ewig nicht drin gewesen, ich glaub, ich weiß schon gar nicht mehr, wie Kinos aussehen. Echt schade, dass es hier im »Ort« keines gibt – na ja, zumindest keines, das dem Massengeschmack frönt (was ja auch nicht schlecht sein muss).

      Ich habe übrigens (Danke schön noch mal!) endlich auch »Rogue One« angeschaut und muss sagen: mutiger Film! In mehrerlei Hinsicht: Nicht der Standard-Score + ins Bild fahrender Text im Intro, statt »Star Wars«-Logo einfach nur ein schlichtes »Rogue One« zu Beginn, sehr gewagte Charaktere und nun nicht eben das, was man wohl Happy End nennen würde (obwohl die letzte Szene hier für den Fan doch sehr, sehr, sehr versöhnlich sein dürfte). Mich grauste es übrigens vor dem digitalen Peter Cushing, doch dann war ich tatsächlich positiv überrascht (zumindest, solange er sich nicht bewegte): Der Uncanny-Valley-Effekt hielt sich angenehm in Grenzen. Die digitale Auferstehung funktionierte zumindest besser als bei Leia zum Ende hin (war aber auch hier in Ordnung). Ansonsten tolle Action, super Unterhaltung, die Charakterentwicklung allein wäre ausbaufähig gewesen (aber wozu eigentlich).

      In diesem Sinne viele Grüße,
      Thomas

    2. …yep, Du erwähntest kürzlich, Freiwillige für einen Gang ins Lichtspieltheater dingfest gemacht zu haben. Fasten your seatbelts! kann ich da mal raten.
      Lässt man/frau 3D oder Botox-Sitze desinteressiert links liegen, dann hat sich Kino nicht viel geändert. Letztendlich kann nur der Film selbst jeweils überzeugen.

      You’re welcome.
      Man/frau merkt dem Score zu ‚Rogue One‘ an, dass er mit heißer Nadel gestrickt wurde; richtig ins Ohr setzen sich erst die Parts zur Schlacht über & auf Scariff. Dramaturgisch bereits ein Highlight an Highlight.
      Wie das Mädel beim Anblick der „Tantive IV“ & der jungen Leia mitgeht, dürfte ich Dir ja bereits übermittelt haben (das nenne ich emotionale Empathie!). Die Helligkeit der Szene lässt das Gesicht tatsächlich ein wenig maskenhaft wirken (*), weswegen Tarkin den Vorteil der Dunkelheit (sic!) nutzt. Überzeugend, zumal dessen Darsteller mehr zum arbeiten erhält.
      Im Rahmen der zeitlichen Möglichkeiten gibt es doch diverse Charakternuancen zu sehen. Wenn selbst zig „Red-Shirts“ der Rebellen ein oder zwei gute Einstellungen erhalten – bevor sie draufgehen.

      Habe ich eigentlich schon die Qualitäten von Luc Bessons ‚Valerian & Laureline‘ gepriesen!?
      Formidable!

      bonté

      post scriptum
      Einspiel ‚Last Jedi‘ bis dato – 1,056 Mrd

      (*) & für den eben blutigen Verlust der halben Flotte scheint sie ein wenig zu high zu sein

  2. Hallo, guten Abend, ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie noch ein paar stress freie, schöne Tage im alten Jahr und ein gesundes Jahr 2018, meine guten Wünsche gelten auch dem treuen Kommentator ROM, den ich immer sehr bewunderte und mich immer freute, ihn in ihrem Blog mitlesen zu dürfen, darum bin ich froh, hier noch mal kurz alles erdenklich Gute für das kommende Jahr und aber auch für die Zukunft wünschen zu dürfen, ich erinnere mich sehr gerne daran, und kopiere noch einmal, für mich dieses Unvergessliche Bonte. an Alle, Ciao, Anonymica! 🙂

    1. Hallo mal wieder. 🙂 Vielen Dank für die Wünsche. Gebe ich so gerne zurück. Keine Ahnung, was das kommende Jahr bringen mag, aber wünschen kann man sich ja immer was, von daher wünsche ich einfach auch mal eine schöne Zeit mit möglichst wenigen negativen Ausschlägen trotz aller Unwägbarkeiten. Und zuerst einmal natürlich einen guten Rutsch, wie man ja so schön sagt.

      Viele Grüße
      Thomas

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